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Erster Tag, 14.08.06
Gut geschüttelt und nicht gerührt. Wie oft habe ich diesen Satz schon bei James Bond gehört, wenn er sich seinen Martini bestellt. Und genau so fühle ich mich heute morgen. Nein, nicht wie der berühmte Agent sondern wie sein Leibgetränk. Der Nachtzug, den wir am Abend zuvor in Hamburg bestiegen hatten, hat uns die ganze Nacht wahnsinnig gerüttelt und geschüttelt. Bis auf Fred haben wir alle nicht besonders gut geschlafen. Bei mir waren es nur etwa 2 Stunden. Zudem war der Zug nur mit spartanischen Waschräumen ausgestattet. Die morgendliche Dusche entfiel somit. Die Stimmung ist trotzdem gut, denn wir sind auf dem Münchner Ostbahnhof um kurz vor 8:00 Uhr angekommen und gleich können wir die Motorräder vom Zug fahren und die Tour starten. Wir haben uns entschieden, das erste Stück auf der Autobahn zu fahren. Kurz hinter München fallen leider schon die ersten Regentropfen. Wir halten noch ein wenig durch, entschließen uns dann aber doch die Regenkombis anzuziehen. Und wie sich nur kurze Zeit später herausstellt, war es die richtige Entscheidung zur richtigen Zeit. Denn der nun fallende Regen hätte ausgereicht, unser Textilanzüge und Lederkombis binnen Minuten frühzeitig durchzuweichen. Bei Ennstal verlassen wir die A10 und fahren ab auf die B99 Richtung Radstadt. Nachdem wir Untertauern, Obertauern und Tweng hinter uns gelassen haben wechseln wir schließlich in Mautendorf auf die B95, dann bei Predlitz auf die B 97 und schließlich auf die L 511. In Flattnitz halten wir bei einem Gasthof, der mit einem „bikers welcome“ klar macht, dass wir gern gesehene Gäste sind. Wir entscheiden uns alle für das Wiener Schnitzel und hoffen, dass es in der Zwischenzeit zu regnen aufhört. Daraus wird leider nichts. Insgesamt fahren wir etwa 5 Stunden im Regen und damit die meiste Zeit unserer Tagesetappe von rund 450 km. Wie schon in letztem Jahr auf dem Weg in die Schweiz, durchfahren wir Österreich nahezu komplett im Regen. Erst etwa 100 Km vor der slowenischen Grenze bricht der Himmel auf und stimmt uns wieder versöhnlich. In Slowenien gilt es kurz hinter der Grenze in Slovenj Gradec die erste Unterkunft zu finden. Wir haben alle Unterkünfte vorab von Deutschland aus gebucht. Die Internetseite des slowenischen Fremdenverkehrsamt (www.slovenian-tourism.si) war hierfür eine große Hilfe. Die heutige Unterkunft liegt etwas versteckt auf einer Anhöhe über dem Ort und wir finden sie nur durch mehrmaliges Nachfragen bei Einheimischen und mit Hilfe unserer polnischen Bekannten, die schon einen Tag vor uns aus Polen über Ungarn und Österreich angereist sind. Wir hatten unsere Unterkunft als ersten Treffpunkt vereinbart, um am Abend den weiteren Streckenverlauf gemeinsam zu besprechen. Krzysztof und seine Familie warten schon am Fuß des Hanges, auf dem die Pension liegt. Sie sind mit zwei Motorrädern und einem Auto gekommen und zeigen uns den Weg, der teilweise über eine Schotterpiste führt. Die Wirtin hat uns ebenfalls schon erwartet, obwohl oder gerade weil heute Ruhetag ist. Nach dem Nachtzug und nun weiteren 9 Stunden auf den Motorrädern freuen wir uns bereits auf eine Dusche. Wir haben die freie Wahl hinsichtlich der Zimmer, da wir scheinbar die einzigen Gäste sind. Leider stellt sich jedoch heraus, dass die Wasserversorgung der Zimmer nicht funktioniert. Eine Pumpe ist defekt und man versucht sie zu reparieren. Zum Glück erhalten wir trotz des Ruhetages eine leckere Mahlzeit bestehend aus Brot und einer riesigen Wurstplatte. Als wir nach dem Abendessen zurück aufs Zimmer gehen, lässt uns die Wirtin wissen, dass die Pumpe repariert ist, was sich leider teilweise als Falschmeldung herausstellt. Während Axel und Fred es schaffen eine kurze Dusche zu nehmen, gehen Elke und ich leer aus. Aus meiner Dusche kommt nur ein Röcheln, aus dem Wasserhahn im Bad ein dünner Strahl rostiges Wasser. Zum Glück funktioniert die Toilette, was wiederum bei Axel und Elke nicht der Fall ist. Im Zimmer selbst habe ich noch ein kleines Waschbecken, aus dessen Wasserhahn ein wenig warmes Wasser kommt. Mit etwas Geduld komme ich doch noch an eine Wäsche inklusive Rasur und gehe zufrieden zu Bett.

Zweiter Tag, 15.08.06
Am nächsten Morgen gibt es ein gutes Frühstück. Beim Abschied entschuldigt sich die nette Wirtin für den noch immer andauernden Wassermangel in Toiletten und Duschen, rechnet aber den vollen Preis ab. Da die Zimmer äußerst günstig waren (1 Doppel-, zwei Einzelzimmer mit Frühstück sowie eine kalte Platte für 4 Personen zusammen € 112,-), unterlassen wir jede Diskussion um den Preis und freuen uns auf einen schönen Tag mit viel versprechendem Wetter. Unsere Route startet in Slovenj Gradec und führt uns zunächst nach Maribor, das im Laufe seiner Geschichte auch Marburg hieß. Slowenien hat eine abwechslungsreiche Geschichte, was Fremdherrschaft anbelangt. Bayern, Franken, Habsburger, Italiener, Ungaren und Deutsche haben im Laufe der Jahrhunderte Ihre Spuren hinterlassen. Nach dem ersten Weltkrieg kam die ungeliebte Vereinigung mit Serbien, Kroatien und Bosnien-Herzegowina zu Jugoslawien unter dem serbischen König Peter I. Nach dem zweiten Weltkrieg schließlich herrschte die kommunistische Partei unter dem kroatischen Staatspräsident Tito. Erst 11 Jahre nach Titos Tod, erreicht Slowenien 1991 die Unabhängigkeit. Die zahlreichen kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Staaten des ehemaligen Jugoslawiens hat Slowenien weitestgehend unbeschadet überstanden. Diese Dinge gehen mir durch den Kopf während wir dem Flussverlauf der Drava folgen und die schöne Landschaft des Tals genießen. In Maribor machen wir eine Pause und genießen mehrere Cappuccino bei schönstem Wetter. Gut ausgeruht, fahren wir eine große Schleife über Gornja Radgona und Ormoz, um schließlich in Ptuj eine weitere Pause einzulegen. Hier gibt es eine herrliche Altstadt zu besichtigen. Wir machen den Aufstieg zum Schloss, das hoch über der Stadt thront und genießen von dort den Ausblick auf den Ort und den Fluss Drava, an dem auch Ptuj gebaut wurde. Unsere Endstation für den heutigen Tag soll Logarska Dolina sein, wo wir im Hotel Plesnik unsere Zimmer gebucht haben. Um dort hinzukommen müssen wir jedoch noch das letzte Drittel unserer Wegstrecke bewältigen. Unser Weg führt uns über kleine, kurvige Nebenstrassen vorbei an den Orten , Apace, Majsperk, Makole und Poljcane,. In Zice schließlich entschließen wir uns einen Teil unserer Strecke auf der Autobahn A 10 zu bewältigen, da die Nebenstrassen sehr viel Zeit gekostet haben. Bei Sempeter verlassen wir die mautpflichtige Strasse wieder und folgen der Beschilderung zu dem berühmten Aussichtspunkt Logarska Dolina. Diese Mal haben wir Glück, denn das Hotel ist sehr komfortabel und da unsere Position nun etwa 700m über dem Meeresspiegel liegt, ist es abends bereits etwas kühl. Ich muss an Krzysztof und seine Familie denken, die sich für das Campen entschieden haben. Sie haben einen Campingplatz im etwa 20 Km entfernten Luce gefunden.

Dritter Tag, 16.08.06
Elke, Axel Fred und ich checken nach dem Frühstück aus und fahren zunächst zum eigentlichen Aussichtspunkt von Logarska Dolina. Auf dem Pakplatz lassen wir unsere Motorräder stehen, denn ab hier geht es nur noch zu Fuß weiter. Es gibt eine kurze Tour zu einem Aussichtspunkt, die einen Aufstieg von etwa 20 Minuten bedeutet sowie einen langen Aufstieg der allerdings mindestens eine Stunde erfordert. Wir haben keine Wanderausrüstung dabei, so dass wir uns in Anbetracht unserer schweren Kleidung und der Tatsache dass wir uns bald wieder mit dem polnischen Teil des Teams treffen wollen, für die kurze Alternative entscheiden. Oben angekommen, bietet sich ein schöner Blick auf den Wasserfall, der allerdings heute nur wenig Wasser führt. Von einer Plattform aus hat man einen Panoramablick auf die umliegenden Gipfel.
Kurze Zeit später machen wir uns auf zum Abstieg und fahren zum vereinbarten Treffpunkt. Von dort aus geht es zurück über Luce Richtung Kamnik und Ljubljana. Wir haben uns vorgenommen, die Tropfsteinhöhlen von Postojna sowie das Schloss von Predjama zu besichtigen. Danach soll es weiter gehen in Richtung Adria. Da die Besichtigungen Zeit in Anspruch nehmen werden, haben wir uns entschlossen, die Hauptstadt auf der Autobahn zu durchfahren. Kurz hinter Ljubljana verlassen wir die A10 wieder und befahren eine kleine Parallelstraße, die leider sehr stark befahren ist, viel Konzentration erfordert und Zeit kostet. In Postojna angekommen, stellen wir fest, dass die geführten Höhlentouren stets zur vollen Stunde beginnen und etwa 90 Minuten dauern. Wir nutzen die Zeit bis zur nächsten Führung um 16:00 Uhr für etwas Fasstfood. Dann schließlich geht es in die Höhlen, die uns alle in ihren Bann ziehen. Mit über 20 Km Länge sind es die größten Tropfsteinhöhlen Europas. Als wir wieder das Tageslicht erblicken, wird es höchste Zeit unser Hotel in Piran anzusteuern, denn für den Abend haben wir uns mit meiner Kollegin und Freundin Carmen verabredet. Während Carmen und ich beruflich schon so manche fachlich fundierte Auseinandersetzung hatten, verstehen wir uns privat wunderbar. Und so hat sie in der Planungsphase, die komplette Strecke durchgesehen und wertvolle Tipps gegeben, die teilweise den Detailierungsgrad von “dort ist die Strasse wegen Steinschlag häufig schlecht befahrbar” erreichten. Ich habe Carmen versprochen, diese Mühe mit einem Abendessen zu danken. Piran ist ein malerischer Ort an der kurzen Adriaküste Sloweniens und ein absolutes Muss für ein Rundtour. Unser Hotel Tartini finden wir direkt am Marktplatz und die Zimmer bieten einen traumhaften Ausblick auf den Hafen und das dahinter liegende Meer. Die Dame vom Empfang empfiehlt uns ein gutes Fischrestaurant, das auch von Einheimischen besucht wird - der Abend ist gerettet. Spät am Abend feiern wir noch Bergfest mit ein paar Caipirinhas, denn inzwischen haben wir schon die Hälfte unser Reise erreicht.

Vierter Tag, 17.08.06
Aufgrund der Caipis vom Vorabend schlafen wir etwas länger. Wie jeden Morgen treffen wir uns zum Frühstück, um die Tagesroute zu besprechen. Heute wird uns unsere Route über Trieste nach Italien führen, da wir uns vorgenommen haben, noch ein wenig die schöne Küstenlandschaft zu genießen. Danach wollen wir landeinwärts Richtung Nova Gorica. Unsere Endstation wird Kranjska Gora sein, so dass die Gesamtlänge unserer Tour etwa 240 Km beträgt.
Als wir bei schönstem Wetter anfangen, unsere Motorräder zu beladen, müssen wir leider feststellen, dass jemand über Nacht versucht hat, Axels rechten Koffer aufzubrechen. Die Spuren am Schloss und an der Nut des Deckels sind eindeutige Zeichen. Zum Glück ist die Funktion des Koffers nicht beeinträchtigt, so dass Axel und Elke ihn weiter nutzen können. Gefunden hätte der Dieb ohnehin nichts, da wir nachts immer das komplette Gepäck mit ins Hotel nehmen. Wahrscheinlich hatte der Langfinger noch nicht von den praktischen Kofferinnentaschen gehört.
Der erste Streckenabschnitt parallel zur Küste entschädigt uns immer wieder mit besten Ausblicken auf die Adriaküste und verführt bereits nach wenigen Kilometer zu einem ersten Fotostopp. In Trieste angekommen sind wir sofort von dem hektischen Treiben der italienischen Stadt gefangen. Stau und Stop-and-Go soweit das Auge reicht. Nacht etwa zwanzig Minuten dieser nervenden Prozedur beschließen wir die erste Streckenänderung des Tages und weichen aus auf die Autobahn E70 und fahren diese bis Sistiana. Von dort geht es nun über schmale Landstrassen nach Malchina und Precenico. Dort erfragen wir den Weg Richtung slowenischer Grenze, da uns unsere Karten darüber im Unklaren lassen, ob wir auf einen offiziellen Grenzübergang treffen werden. Die Auskunft der italienschen Anwohner ist nicht sehr viel versprechend, da der nahe Grenzübergang angeblich nur mit einem Sonderausweis genutzt werden kann, wie ihn die Anwohner haben, die berufsbedingt täglich die Grenze überschreiten. Zur Untermauerung dieser Aussage zeigt man uns freundlich ein solches Dokument und erklärt uns den Weg zum nächsten offiziellen, aber auch deutlich weiter entfernten Grenzübergang. Beide Wege führen zunächst in die gleiche Richtung. Nach wenigen Kilometern treffen wir auf eine Kreuzung und entscheiden uns entgegen dem Rat der Italiener für den Grenzübergang der scheinbar Anwohnern vorbehalten ist. Der Grenzbeamte, auf den wir nach etwa 1,5 Kilometern treffen ist scheinbar noch beschwert vom Mittagessen und winkt uns durch ohne jede Kontrolle. Wir befinden uns also wieder auf slowenischem Boden und die Hektik sowie das aggressive Fahrverhalten, dem wir in Italien begegnet waren, schlagen um in ruhige, nahezu unbefahrene Strassen. Wir fahren Richtung Gorjansko und Komen und treffen auf einen Streckenabschnitt, der von einem Waldbrand heimgesucht wurde. Rechts und links der Strasse stehen verkohlte Baumreste, der Brandgeruch liegt noch in der Luft. Die Szene wirkt gespenstisch. Nach einer kurzen biologischen Pause mit Tankstopp in Komen fahren wir weiter in Richtung Nova Gorica, wo wir uns eine längere Pause in einem Cafe gönnen. Die Stadt ist geteilt durch die Grenze zwischen Italien und Slowenien. Auf der italienischen Seite heißt sie Gorizia und auf der slowenischen Nova Gorica. Uns scheint der slowenische Teil sehr geprägt durch die Bausünden des Sozialismus. Einheitsbauten in Plattenbauweise prägen das Stadtbild – ein zum Glück untypisches Bild für Slowenien. Wir machen uns auf in Richtung Kranjska Gora. Unser Weg führt uns durch schöne Landschaft zunächst nach Kobarid, wo am Straßenrand eine alte Kanone aus dem ersten Weltkrieg zu besichtigen ist. Während ich mich mit ein paar Fotos begnüge, überlegen Ingenieur Fred und Physiker Axel wie der Verstellmechanismus des Kriegsgeräts funktioniert haben könnte. Das letzte Wegstück des Tages führt uns über die Passstraße 206 nach Kranjska Gora. Dieser Teil Sloweniens ist ein beliebtes Rafting-Gebiet. Vielerorts kann man Wildwassertouren mit dem Schlauchboot mieten. Dieser Streckenabschnitt ist ein wunderbarer Abschluss für den vierten Tag. In Kranjska Gora haben wir das Hotel Lek gebucht und werden nicht enttäuscht.

Fünfter Tag, 18.08.06
Als vier am nächsten Morgen den fünften Tag unserer Reise starten wollen, regnet es ein wenig und wir streifen vorsichtshalber unsere Regenkombis über. Unsere heutige Strecke führt uns zunächst in östliche Richtung über die Landstrasse 1 nach Jesenice. Auf unserem Weg dorthin machen wir jedoch in Mojstrana zunächst einen Abstecher auf der 907 und fahren einen Pass hinauf. Die Strecke erweist sich für mich als GS-Fahrer als willkommene Abwechslung, da sie unbefestigt ist. Axel und Fred sind weniger begeistert, zumal wir denselben Weg, der sich als Sackgasse erweist, von deren Ende aus viele Wanderer zu Fuß starten, wieder zurück müssen. Doch zuvor ziehen wir die Regenkombis wieder aus. Es hat seit Kranjska Gora nicht mehr geregnet. Kurz hinter Jesenice biegen wir ab und fahren auf der 634 und später der 905 weiter in südliche Richtung. Es geht über Srednja Vas, Ribcev Laz und Podbrdo (403) sowie durch viele weitere kleine Orte. Die Strassen, die wir wählen, sind nur wenig befahren und lassen Zeit zum Schauen. Bei Grahovo schließlich endet unsere Landstraßentour abrupt vor einer Umleitung. Diese führt mehrere Kilometer über einen steilen, einspurigen Schotterpass. Für die GS kein Problem. Axel, der die deutlich schwerere K 1100 mit zwei Personen der Berg raufbringen muss, kommt da schon stärker ins Schwitzen. In einer engen Kurve kommt mir eine Autofahrerin etwas flott entgegen, so dass ich vom Weg runter ausweichen muss, um einen Zusammenstoß zu vermeiden. Als ich zum Stehen komme trennt uns kaum mehr als ein Meter. Zum Glück überstehen am Ende alle Maschinen den Exkurs ohne Probleme. Die kleinen Straßen und die Umleitung haben uns viel Zeit gekostet, so dass wir auf dem nächsten Streckenabschnitt etwas mehr Tempo machen. Da wir das Stück bereits am Vortag gefahren sind, ist das nicht weiter tragisch. Ziel ist es an diesem Tag noch die Grenze nach Italien zu passieren und von dort weiter nach Österreich zu fahren. Wir haben uns dafür die Fahrt über den Predilpass und den Nassfeldpass ausgesucht. Unser letztes slowenisches Geld wandeln wir an einer Tankstelle in Benzin und Wasser um. Dann geht es weiter Richtung Grenze, die wir kurz hinter Lo pod Mangartom überqueren. In Italien fahren wir über Cave del Predil und Tarvisio nach Pontebba. Von dort geht es über den Nassfeldpass nach Österreich. Auf dem Nassfeldpass ist Vorsicht geboten, da die Fahrt durch zwei stockfinstere Tunnel mit nassem Kopfsteinpflaster führt. Unsere Augen haben Probleme sich so plötzlich an die Dunkelheit der Tunnel zu gewöhnen. Ein wenig später ist die Fahrbahn teilweise von Geröll versperrt, das sich seinen Weg ins Tal gesucht hat. Spät am Abend, es dämmert bereits, kommen wir schließlich in Kötschach an, wo wir in der Pension Gailberghöhe unser Quartier gebucht haben. Hier hat man sich voll auf Motorradfahrer eingestellt. Es gibt eine Garage zum kostenlosen Unterstellen der Motorräder sowie einen Hochdruckreiniger. Die Zimmer sowie das Essen sind gut und preiswert.

Sechster Tag, 19.08.06
Wir starten unsere Rückreise nach München bei bestem Wetter. Der Autozug nach Hamburg geht um 21:50 Uhr, die Verladung beginnt um kurz nach 20:00 Uhr. Wir haben also noch den ganzen Tag für etwa 300 Km. Unsere Strecke führt uns über Lienz nach Zell am See. Dazwischen liegt die Grossglockner Hochalpenstrasse, ein 48 Km langer gut ausgebauter und mautpflichtiger Pass. Ganze 17,- Euro kostet eine Tageskarte für Motorräder. Im Preis enthalten ist ein 90 Seiten umfassender Reiseführer speziell für Motorradfahrer, der Streckenempfehlungen und Karten enthält. Auf dem Weg zum Großglockner genießen wir gut ausgebaute Straßen und wunderschöne Landschaft. Dann schließlich stehen wir vor der Mautstelle. Das Bezahlen geht äußerst schnell, so dass wir kaum warten müssen. Von der Passtrecke abzweigend führt unter anderem auch eine Straße zu der Kaiser-Franz-Josef-Höhe, einem Aussichtspunkt, der einen Ausblick auf den Großglockner (3.798 m) und auf den Pasterzengletscher bietet. Noch gilt dieser Gletscher als der längste der Ostalpen. Aber die Erwärmung unserer Erdatmosphäre ist deutlich abzulesen. Selbst als Laie erkennt man, die Gletscherschneise, die vor nicht allzu langer Zeit noch von Eis bedeckt war. Es weht eisig kalt hier oben. Wir stellen uns noch schnell für ein Gruppenfoto zusammen und machen uns wieder zurück auf den Weg über die Grossglockner Hochalpenstrasse in Richtung Deutschland. Zunächst passieren wir Zell am See und genießen unsere letzten Kilometer auf der Bundesstraße. Bei Oberaudorf, etwas nördlich von Kufstein, fahren wir auf die A93. Den letzten Streckenabschnitt bis München werden wir auf der Autobahn (A93/A8) zurück legen. Gegen 17:00 Uhr etwa erreichen wir den Verladebahnhof ein. Da bis zur Verladung noch drei Stunden Zeit sind, machen wir  uns auf die Suche nach einem Restaurant, um unsere Tour mit einem netten Essen zu beenden. Unsere Wahl fällt auf ein kleines italienisches Restaurant einige Kilometer entfernt vom Bahnhof, das um 18:00 Uhr öffnet.Bei Pasta und Apfelschorle sind wir uns einig, diese Tour war ein gelungener Urlaub und reden bereits über die möglichen Touren für das kommende Jahr. Dann allerdings mit mindestens vier Maschinen, denn Elkes R 1150R steht bereits in der Garage und die Führerscheinprüfung unmittelbar bevor.

Eckdaten:
Reisedauer inkl. An-/Abfahrt 7 Tage,
Gesamtstrecke (ohne An-/Abreise) ca. 1.850 km,
An- und Abreise von/nach Hamburg mit dem Autoreisezug im Liegewagen etwa 125,- €/Person und 180,- €/Motorrad

Hotelempfehlungen:
Empfehlenswert waren:

Hotel Plesnik
Logarska dolina 10
SI-3335  Solčava
Tel: +386(0)839-2300
Fax: +386(0)839-2312
E-mail: hotel@plesnik.si
Web: http://www.plesnik.si

Hotel Tartini
Tartinijev trg 15
6330 Piran
Tel.: +386 5 67 11 000
Fax.: + 386 5 67 11 665
e-mail: info@hotel-tartini-piran.com
Web: http://www.hotel-tartini-piran.com

Hotel Lek
Vršiška 38
4280 Kranjska Gora
Tel: +386 (0)4 588 15 20
Fax: +386 (0)4 588 13 43
e-mail: info@hotel-lek.si
Web: http://www.hotel-lek.si

Gasthof & Pension Gailberghöhe
Annerose und Franz Buzzi
9640 Kötschach, Gailberg 3
Tel: +43 4715 368 Fax: DW 50
Email: franz.buzzi@gailberg.at
Web: http://www.gailberg.at

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Sehr empfehlenswert ist auch die Web-Seite der slowenischen Tourismuszentrale: http://www.slovenia.info

Literaturempfehlung:
Motorrad Guide und Roadbook, Die schönsten Routen in Slowenien und Istrien aus dem Bruckmann Verlag, München € 11,90
Merian live, Slowenien, Travel House Media, München € 7,95

Karten:
Leider gab es von Garmin keine detaillierten, routingfähigen Digitalkarten für Slowenien (Stand August 2006). Wir haben daher die  World Map verwendet. Die Route wurde mit Hilfe des Motorrad Tourenplaners (etwa € 39,-) geplant, dessen Karten deutlich detaillierter sind, sich aber leider nicht ins Garmin laden lassen. Die Touren hingegen kann man in das Garmin laden. Wenn man eine entsprechende hohe Anzahl von Wegpunkten wählt, funktioniert die Kombination aus World Map und vorgeplanter Route ganz gut. Dennoch empfiehlt es sich, die klassische Papierkarte und einen Kompass dabei zu haben. Uns haben die Karten von freytag & berndt im Maßstab 1:150.000 und die Karten des ADAC gute Dienste geleistet.

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